Die politischen Grundlagen der KJO-Spartacus (1970/71)

Die Notwendigkeit der proletarischen Revolution

Die Verbesserungen, die das Proletariat im Rahmen der bürger­lichen Diktatur erringt, werden immer wieder gefährdet und zunichte gemacht durch erneute Vorstöße der Bourgeoisie. Die endgültige Sicherung der Interessen der werktätigen Massen ist nur durch die Beseitigung des kapitalistischen Systems der Lohnarbeit möglich, und die Aufhebung dieses Systems kann nur auf dem Wege der Revolution erfolgen.
Auch für die Durchsetzung der Interessen der Arbeiterjugend sehen die Kommunisten nur diesen Weg. Zwar ist die Durch­setzung der zentralen Forderungen der Arbeiterjugend noch unter kapitalistischen Bedingungen vorstellbar; die Kommu­nisten lehnen es keineswegs ab, für Verbesserungen noch im Rahmen der bürgerlichen Diktatur zu kämpfen.
Aber die. Verwirklichung vor allem der Forderung nach einer einheitlichen Berufsausbildung ist doch nur möglich unter der Bedingung einer ganz entscheidenden Verschiebung des Kräfteverhältnisses der Klassen zugunsten des Proletariats.
Und auch dann könnte die Bourgeoisie es auf die Dauer un­möglich dulden – ohne sich selbst aufzugeben –, daß die Qualifikation der Arbeitskraft anderen Maßstäben unterworfen ist als jenen, die in der Produktion gelten; daß nach den Be­dürfnissen der arbeitenden Massen ausgebildet und nach den Interessen der Bourgeoisie produziert wird.1 Die Arbeiterklasse kann ihrerseits hierbei nicht stehenbleiben. Sie muß für die Durchsetzung ihrer Interessen auch im Bereich der Produktion und der Verteilung kämpfen.
Welche Mittel das revolutionäre Proletariat wählt, um diesen Kampf zu führen, kann heute nicht im einzelnen bestimmt werden. Die völlige Unverträglichkeit jedes konsequenten Kampfes um die Durchsetzung der Arbeiterinteressen mit den Interessen des Kapitals, sofern er in Gegensatz zum Profitprinzip überhaupt gerät, muß jedoch die Frage der politischen Macht aufwerfen; die Revolution wird zur Tagesfrage.
Die Bourgeoisie wird in einer solchen revolutionären Situation fraglos alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um ein Außerkraftsetzen des Profitprinzips zu verhindern. Das Prole­tariat wird seine Forderungen nur voll durchsetzen können, indem es die Staatsmacht erobert. Das wird kaum auf fried­lichem Wege möglich sein. Das Proletariat muß den bürger­lichen Staatsapparat zerschlagen und seine revolutionäre Dik­tatur errichten – die zugleich ein Höchstmaß an Demokratie für die werktätigen Massen bedeuten muß –, um in einem umfassenden revolutionären Prozeß planmäßiger Umgestaltung der Produktionsverhältnisse, des ganzen gesellschaftlichen Systems die Klassengegensätze, und damit die Klassen, und demzufolge sich selbst als Proletariat, aufzuheben.

  1. Gemeint zu sein scheint: „Die Bourgeoisie könnte es auf die Dauer un­möglich dulden – ohne sich selbst aufzugeben –, daß nach den Interessen der Bourgeoisie produziert, aber daß nach den Be­dürfnissen der arbeitenden Massen ausgebildet wird.“ – Anm. SpaBu-Doku. []

2 Gedanken zu „Die politischen Grundlagen der KJO-Spartacus (1970/71)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.