Die politischen Grundlagen der KJO-Spartacus (1970/71)

Die bolschewistische Partei

Die Kommunisten hegen jedoch nicht die Illusion, daß der Kampf des einen oder anderen Teils des Proletariats für partiel­le Interessen von sich aus zu einem revolutionären Klassenkampf wird; noch halten sie die Eroberung der proletarischen Staats­macht und den Sieg der sozialistischen Revolution für möglich ohne eine zielstrebige Führung mit klarem Programm.
Die Krise der proletarischen Führung ist letzten Endes die Krise des proletarischen Klassenbewußtseins. Das entscheidende Hin­dernis für die Aufhebung der Lohnarbeit ist nicht die materielle Gewalt der Herrschenden, sondern die Unklarheit der unterdrück­ten Klasse über ihre historisch-gesellschaftliche Lage und ihre daraus entspringenden Interessen. Das Bewußtsein dieser histo­rischen Interessen entwickelt sich ungleichmäßig; nur eine Min­derheit erringt zunächst dieses Klassenbewußtsein.
Es ist deshalb die Aufgabe klassenbewußter Arbeiter, einen un­ermüdlichen Kampf um die Vereinheitlichung ihrer Klasse auf der Grundlage des revolutionären Programms zu führen. Das kann nicht allein mit ideologischen Mitteln geschehen. Erst im Kampf um ihre unmittelbaren Interessen werden sich die ausge­beuteten Massen ihrer Klassenlage bewußt. In diese Kämpfe müs­sen die klassenbewußten Arbeiter ständig das revolutionäre Programm einbringen. Und um diese Aufgabe zu erfüllen, müs­sen sie sich in einer besonderen Organisation, der kommunistischen Partei, zusammenschließen. Der Kampf um das revolu­tionäre Programm ist gleichbedeutend mit dem Kampf um die Führung der ausgebeuteten und unterdrückten Massen; die Partei muß die Massenaktionen zu einem revolutionären Klas­senkampf zentralisieren.
Dieser Aufgabe entspricht die innere Verfassung der kommuni­stischen Partei: Sie muß nach bolschewistischen Organisations­prinzipien aufgebaut, das heißt demokratisch zentralisiert sein. Der Zentralismus in der kommunistischen Partei ist nur durch­führbar auf der Grundlage umfassender gemeinschaftlicher Tä­tigkeit und der engen Beziehung der Partei zu den arbeitenden Massen. Mit einem Wort: Die kommunistische Partei der Arbeiterklasse ist nur möglich als Kaderorganisation.
Die imperialistische Bourgeoisie kann nur international geschla­gen werden. Der Aufbau des Sozialismus ist in den zu eng gewor­denen nationalen Grenzen nicht möglich; die klassenlose Gesell­schaft kann nur als Weltgesellschaft geschaffen werden.
Deshalb muß die parteimäßige Organisation der klassenbewuß­ten proletarischen Vorhut von vornherein der internationalen Existenz ihrer Klasse entsprechen. Die kommunistische Partei kann nur als Weltpartei ihre Aufgaben erfüllen.
Diese Weltpartei des Proletariats existiert heute nicht. Infolge der stalinistischen Liquidation der Kommunistischen Internati­onale kann die Partei des deutschen Proletariats heute nur als Sektion der selbst noch zu schaffenden Vierten Internationale aufgebaut weiden.

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